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Das wahre Gesicht des Web 2.0 - virtuelle Deportation im 21. Jahrhundert?Soziale Netzwerke, Online Gemeinden oder Communities, wie man heute wohl zu sagen pflegt, sind derzeit allgegenwärtig und werden unter dem von Tim O'Reilly im Herbst 2004 geprägten Schlagwort Web 2.0 als neues Eldorado des modernen Internets gepriesen. Neben der eigentlich schon uralten Eigenschaft der interaktiven Kommunikation und gemeinschaftlichen Lieferung der Inhalte dieser Netzwerke zeichnen sich diese vornehmlich durch aalglatte Corporate Designs aus und versuchen nicht nur hierdurch ihren Nutzern eine heile Welt vorzugaukeln. Diese sehen sich somit in Hoch-Zeiten des Phishings, Spammings und Keyloggings auch gerne dazu animiert, sich auf diesen Plattformen zu registrieren und neben ihren sensibelsten persönlichen Daten auch gleich ihre komplette Psyche in solche Netzwerke einzutippen. In vielen Fällen wird auch eine vermeintliche Sicherheit durch die Verwendung von SSL Scripten unterstrichen und niemand scheint sich großartig Gedanken darum zu machen, dass die maßgebliche Gefahr, die von solchen Netzwerken ausgeht, in den meisten aller Fälle gar nicht von außen, sondern aus dem Inneren dieser Gemeinden ausgeht! Erst seit Kurzem werden Stimmen laut, dass ein vermehrter Empfang von Spams oder gar Scheckkartenmissbrauch oftmals erst nach Beitritt in eine dieser trendigen Communities feststellbar war. Ist dies ein Wunder? Nie war es leichter gewesen, Datamining ohne größeren Aufwand zu betreiben und niemals zuvor ist das Individuum derart freigiebig mit seinen persönlichen Daten aufgetreten. Nur am Rande erwähnt - kein Portalbetreiber dieser Welt kann guten Gewissens die Garantie aussprechen, dass persönliche Daten zu Hundert Prozent sicher sind! Doch ein besonderer Umstand sollte uns weit mehr zu Denken geben: wer trägt in diesen Netzwerken die Entscheidungsgewalt zu Rechtsprechung, nach welchen Gesetzen wird gehandelt und welche Auswirkungen kann und wird dies auf unser Sozialverhalten haben? Sicherlich steht es außer Frage, dass eine Gemeinde immer auch ein Rechtssystem haben muss - dies liegt nun einfach mal in der Natur des Menschen verwurzelt. Doch wer übt diese aus und nach welchen Grundsätzen wird hier gehandelt? Die Beantwortung dieser Frage ist ebenso einfach wie bedenklich: in fast allen Fällen wird nach selbst definierten Gesetzen gehandelt, seien sie nun Netikette, AGB oder wie auch immer benannt. Die wenigsten Neumitglieder lesen sich diese durch, so sie überhaupt verständlich geschrieben sind, und so gut wie keiner lässt sich durch diese dann auch wirklich abschrecken. Somit interagieren in großen Netzwerken oftmals Millionen von Menschen miteinander, ohne sich der Situation wirklich bewusst zu sein, dass in der Administration oder dem Management dieser neuen, virtuellen Heimat oftmals eine einzige Person sitzt, die nach Tagesform entscheidet, wer Mitglied sein darf und wer nicht! Bewusst wurde mir dies erstmals an diesem Wochenende, als ich selbst im open Business Club (openBC.com) Opfer dieser virtuellen Monarchie wurde. Als sehr aktives Premium-Mitglied seit ziemlich exakt zwei Jahren und somit einem Mitbereiter des Erfolges dieses Netzwerkes, der sich innerhalb des Netzwerkes nie etwas zu Schulden hat kommen lassen, musste ich mir am vergangenen Sonnabend erstmalig Luft über den Umstand verschaffen, dass dieser "Business Club" aus meiner bescheidenen Sicht zunehmend zu einem besseren Chat-Raum für "Junggebliebene" zu verkommen scheint. Über Tage hinweg waren nur noch unsinnige Beiträge zu Themen wie "Jodeldiplom", "Männern in Miniröcken" und sonstigem Wildwuchs zu finden. Eine avisierte Nutzung dieses Clubs, dem man schließlich aus dem Anspruch heraus beigetreten ist, Geschäftskontakte zu knüpfen und auf adäquatem Niveau Wissen mit kompetenten Gleichgesinnten auszutauschen, wie es ja auch bei der Bewerbung des Clubs angepriesen wird, war hier einfach nicht mehr möglich. So geschah es, dass ich nach fast 5 Stunden mit zunehmendem Adrenalinspiegel auf zugegebenermaßen etwas zu schroffe Art eine Diskussion in einem der maßgeblich an dieser Misere beteiligten Foren - oder Gruppen, wie man die Foren mittlerweile in diesem Club nennt - entfachte. Dass dies eine Lawine der gruppendynamischen Empörung auslöste sollte klar sein und wurde auch von mir erwartet. Ganz bewusst hatte ich auch meine weitere Kommunikation in diesem Themenbaum auf das absolute Minimum begrenzt. Da ich von Grund auf niemanden persönlich angreife, tat ich dies selbstverständlich auch in dieser Diskussion nicht und nach ca. 3 Stunden hatten sich sowohl die Gemeinde, als auch der anwesende Moderator dieser Gruppe wieder beruhigt. Was dann geschah war allerdings überaus interessant. Einer der Moderatoren, der zu Diskussionszeiten gar nicht anwesend war, meldete sich ca. 2 Stunden nach Beendigung des Themas erneut zu Wort, griff mich nachträglich mit aus der Luft gegriffenen Beschuldigungen persönlich an und sperrte kurzerhand meine Mitgliedschaft in dieser Gruppe. Da ich auch vor meinem Beitrag in dieser Gruppe dort kein Mitglied war und mich auch gleich nach Beendigung des Themas bereits wieder aus dieser Gruppe abmeldete, störte mich das natürlich nicht im Geringsten. Dass dieser Moderator mich dann auch noch persönlich ansprach war ebenfalls noch verständlich für mich und ich dachte auch, nach erneut 2 Stunden direkter Kommunikation, dass auch wir uns wieder einig waren. Am darauf folgenden Morgen jedoch sollte ich eines Besseren belehrt werden! Mein Zugang zum Gesamtnetzwerk war kommentarlos gesperrt worden und nur durch mehrfaches Nachfragen wurde mir von einer Mitarbeiterin des "open Business Clubs" dann lapidar mitgeteilt, dass man meinen Account gelöscht habe! 24 Monate lang hatte ich die Form gewahrt und sogar in vielen Diskussionen immer wieder versucht zu vermitteln. 24 Monate lang hatte ich meine Beiträge an den Club entrichtet und über abertausende Zeilen, die ich in diese Plattform einhackte, meinen bescheidenen Beitrag zum Erfolg der Plattform geleistet und nach einer Diskussion, bei der es mir in erster Linie um das Aufrechterhalten des Niveaus dieses selbst erklärten Business Clubs ging, wurde ich kurzerhand ausgelöscht! Hier wurde mir mit einem male die Gefahr bewusst, in die man sich meist unwissentlich bei diesen modernen Netzwerken begibt. Ein komplettes soziales Umfeld, alle gepflegten Kontakte die man über Jahre hinweg in diesen Netzwerken sammelt und aus denen auch Freundschaften entstehen, sind einzig und alleine von den Monarchen dieser Netzwerke abhängig, die ihre Entscheidungsgewalt ob der Mitgliedschaft einzelnen Personen anscheinend auf Basis von eigener Tagesverfassung und persönlicher Auslegung selbst definierter Regeln ausüben. Und es kommt sogar noch besser, wer nun denkt, dass nach einem solchen Ausradieren seiner virtuellen Präsenz wenigstens auch alle mühsam zusammengetragenen persönlichen Inhalte aus dem Netzwerk entfernt werden und man die bereits im Voraus gezahlten Mitgliedsbeiträge zurückerstattet bekäme, der hat sich wahrlich getäuscht! Alle Inhalte bleiben mit Namensnennung des gelöschten Verfassers im Netzwerk bestehen - auch wenn man in keiner Weise mehr auf Feedbacks reagieren oder sich gegen persönliche Angriffe wehren kann, so man dies überhaupt mitbekommt - und der Einbehalt vorausbezahlter, doch nicht mehr nutzbarer Mitgliedsbeiträge im Falle der Löschung eines Accounts ist sogar in den AGB des Clubs deklariert. Hatte ich da vor 2 Jahren doch etwas überlesen? Nun werden viele, die diesen Beitrag lesen, sicherlich überlegen wieso gerade ich versuche diese Gefahren aufzuzeigen, denen man sich als aktives Mitglied der schönen, neuen WEB 2.0 Welt aussetzt. Kann man doch über ein wenig Recherche recht einfach erkennen, dass wir ebenfalls recht aktiv in diesem neuen Marktsegment unterwegs sind. Auch diese Erklärung ist einfach: dieser persönliche Vorfall, der mir diese Gefahren erst richtig aufzeigte, veranlasste uns zu einem Umdenken. Regularien wird es wie bereits erwähnt immer geben müssen. Zu viele Trolle, Spammer und andere böse Buben tummeln sich in dieser virtuellen Welt, doch dürfen wir die Entscheidungsgewalt über individuelle Rechte der Mitglieder nicht mehr der persönlichen Einschätzung einzelner Administratoren überlassen! Aus diesem Grund erarbeiten wir derzeit ein demokratisches Mitgliedermanagement für unsere Portale über das es den Mitgliedern möglich sein wird, gemeinschaftlich über einen Fortverlauf oder eine Sperrung einzelner Mitgliedschaften zu entscheiden, nachdem diese durch unerwünschte oder verbotene Handlungen in unseren Clubs aufgefallen sind. Als ersten Club werden wir den Social Business Club innerhalb der nächsten zwei Wochen mit dieser neuen Funktion ausstatten und hoffen, hiermit dem Gedanken der Sozialen Netzwerke eine neue Option spenden zu können! Schließlich und endlich sollten Soziale Netzwerke in erster Linie mindestens eines sein - sozial! [adsbc]
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( Caption: SocialBC Newsletter Deutsch )
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